Mentoring im Projekt

Nachbericht zum PM-UPDATE 2019

„Mentor“ kommt aus dem griechischen und war eigentlich nichts weiter als ein Vorname. Odysseus Sohn Telemach wurde in dessen Abwesenheit von Odysseus Freund Mentor betreut und erzogen. Dieser Aspekt des Betreuens und Unterstützens heute der Inbegriff des Mentoring.

Mentoring wird häufig im selben Atemzug mit Coaching verwendet, unterscheidet sich davon jedoch gleich in mehreren Punkten. Während das auf Augenhöhe stattfindende Coaching darauf ausgelegt ist, mittelfristig meist Methoden von einem externen Coach zu einem bestimmten Problem zu vermitteln, basiert Mentoring darauf, langfristig Mentees als Vorbild und Unterstützer zu begleiten, ohne festgelegte Ziele, Honorar und mit viel persönlichem Engagement. Das klingt erstmal anstrengend. Warum sollte ein Unternehmen also Mentoring einführen?

Mentoring ist ein klares Führungsthema: Ein Mentor begleitet einen Mentee vor allem, um dessen Potenzial heraus zu kitzeln, oder optimal zu nutzen und für ein Unternehmen einzusetzen. Dabei wirkt Mentoring auf drei Bereiche. Beim Onboarding erleichtert ein Mentor dem „Neuen“ die Orientierung und minimiert auf Unternehmensseite etwaige Risiken. In der Entwicklung ist der Mentor vor allem für das Wissensmanagement zuständig und die Personalentwicklung. Dadurch, dass das Verhältnis zwischen Mentor und Mentee ein anderes ist, als zwischen normalen Kollegen, kann der Mentor besser einschätzen, wo die Stärken und Schwächen des Mentees liegen. Im Bereich der Vernetzung bewirkt Mentoring eine starke Bindung an ein Unternehmen, das von Anfang an als Förderer und Unterstützer auftritt.

Um den richtigen Mentor für den richtigen Mentee zu finden, hilft ein sogenanntes Matching. Dabei werden die Interessen und Fähigkeiten der Probanden aufeinander abgestimmt.

Matching von Mentor und Mentee

Um Ideen und Vorgehensweisen im Projektmanagement zu evaluieren, kann ein kurzfristiges Impuls-Mentoring zum Einsatz kommen. Eine Gruppe von Mentoren (Experten) evaluiert hierbei eine Problem- oder Fragestellung und gibt basierend auf ihren Erfahrungen Feedback an den Fragesteller zurück.

Aus Erfahrung empfiehlt Franziska Baum mindestens 3 und maximal 6 Personen in der Mentorenrolle dem oder den „Problemeiger/n“ gegenüberzustellen. In einem Meeting erklärt der Problemeigner den Mentoren kurz, um was es ihm geht und formuliert dazu eine Schlüsselfrage. Daraufhin beraten sich die Mentoren untereinander (der Problemeigner ist während dieser Phase still und hört weg oder geht raus). Dabei achten die Mentoren darauf, die üblichen Regeln für gutes Feedback einzuhalten. Zum Schluss geben die Mentoren ihr Feedback an den Problemeigner weiter, der zwar möglicherweise etwas erschlagen, aber dafür mit zig neuen Anregungen aus dem Meeting geht.

Wir danken Franziska Baum für diesen anregenden Beitrag zum Thema Mentoring und Mentoring in Projekten!

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