Handschriftliche Selbstorganisation - agil und individuell

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“

Unsere Selbstorganisation findet mehr und mehr digital statt. To-Do-Listen werden im Smartphone gespeichert, das Mailprogramm erinnert uns an Termine, und Mitschriften und Notizen finden (oder finden sich auch nicht) auf diversen Schmierzetteln, „Klebis“ und in Fotoprotokollen wieder. Claudia Meimberg plädierte auf dem PM-Update für mehr analoge Selbstorganisation mit sogenannten Bullet Journals.

Der Akt des handschriftlichen Schreibens, so Meimberg, hat enorme Vorteile gegenüber dem Abtippen per Tastatur. Schreiben ist ein Vorgang mit dem ganzen Körper: Wir erfassen den Inhalt, wir sind fokussierter und flexibler. Dadurch fallen uns Fehler schneller auf, können wir uns das Geschriebene leichter merken und haben durch den verlangsamten Prozess sogar Zeit, parallel neue Ideen zu entwickeln.

Wie bringe ich mehr von dem, was wirklich wichtig ist in mein Leben?

Auch im Hinblick auf unsere mentale Gesundheit können uns Bullet Journals einen Bärendienst erweisen. Sie helfen uns, das Wesentliche im Blick zu behalten und aktiv mehr von dem in unsere Alltagsplanung zu integrieren, auf das wir wirklich Lust haben.

Der Arbeit mit Bullet Journals liegen drei Absichten zugrunde: 1. Produktivität steigern (Wie generiere ich mehr wesentlichen Output?), 2. Absichtsvolles Planen (ich habe meine Organisation selbst in der Hand) und 3. Achtsamkeit (beim Schreiben befinde ich mich konzentriert im Hier und Jetzt).

Wie führe ich ein Bullet Journal?

Es gibt vorgedruckte Bullet Journals, die größtmögliche individuelle Freiheit bieten jedoch nur blanko Hefte. Ein Bullet Journal entwickelt sich organisch, quasi agil, und die verschiedenen Formate wechseln sich ab. Aus diesem Grund ist ein Index mit Seitenzahlen unerlässlich, um dem Journal Struktur zu geben und den Überblick über die eigenen Notizen zu behalten.

Bewährt haben sich vier Grundformate:

  • Eine Jahresübersicht (oder „Futurelog“) auf ein oder zwei Doppelseiten mit den wichtigsten kommenden Terminen (Messen, Ferienzeiten, Jahresversammlung o.ä.)
  • Monatsübersichten
  • Wochenübersichten (z.B. eine Woche auf einer Doppelseite)
  • Themenspeicher (z.B. Ideensammlungen, Mind Maps, Visualisierungsübungen o.ä.)

Tagebucheinträge, Habit Tracker (Monatsübersichten in Tabellenform, in denen man ankreuzen kann, an welchen Tagen man z.B. zum Sport gegangen ist) oder Mitschriften aus Meetings und Telefonaten ergänzen die Kalenderfunktion und machen jedes Bullet Journal einzigartig.

Auch die Reihenfolge der Formate ist jedem selbst überlassen. So können z.B. auf die Jahresübersicht 12 Monatsübersichten folgen, dann die 4 Wochenübersichten. Ergänzend dazu hat man Platz für Themenspeicher, Mitschriften, Habit Tracker etc. Jeder kann seine eigene Struktur individuell festlegen.

Ist das nicht Zeitverschwendung?

Das Führen eines Bullet Journals ist zeitaufwendiger, ja. Die Tabellen wollen angelegt, Termine müssen übertragen werden, Tagebucheinträge schreiben sich nicht von alleine. Zeitverschwendung sind Bullet Journals jedoch in keinem Fall.

Neben der strukturierten Selbstorganisation führt das Schreiben per Hand zur Aktivierung beider Gehirnhälften und verbessert Merkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Als Jahreschronik bekommen Bullet Journals zusätzlich nostalgischen Wert.

Sicher sind Bullet Journals nicht die Lösung für jeden. Claudia Meimberg gab uns mit Ihrem Input die Anregung, bei all der Arbeit am Computer sich ruhig mal analog auszuprobieren. Vorlagen und Anregungen gibt es im Netz genügend, einfach mal googeln oder bei Pinterest nach „Bullet Journal“ suchen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Erfahren Sie mehr