Agilität und Änderungen im Projekt

Wann ist ein Projekt erfolgreich? Woran scheitert ein Projekt? Eckhard Mothes, Konstruktionsleiter bei Jenoptik, hat beim GPM Abend am 28. März seine persönliche Erfahrungen mit konkreten Investitionsprojekten mit uns geteilt und schonungslos dargelegt, worin er Gründe für Erfolg und Misserfolg sieht. Sein Fazit sind 8 Tipps, die Projektarbeit erfolgreicher machen:

  • Findet engagierte, begeisterte Mitarbeiter, die mitziehen.
  • Verweigert euch nicht vor Veränderung.
  • Trefft konsequente Entscheidungen.
  • Reflektiert regelmäßig eure Projektziele.
  • Setzt auf Fachexpertise: Ein Projektleiter muss kein Ingenieur sein, um ein technisches Projekt zu leiten. Die Möglichkeiten sind vielfältig, von Reviews über Plausibilitätsprüfungen.
  • Vertraut eurem Bauchgefühl.
  • Reflektiert euer eigenes Denken und Handeln mit einem Mentor, eurem Partner oder Freunden.
  • Scheut euch auch in Krisen nicht vor Veränderung.

Im Anschluss zu diesem aufschlussreichen Erfahrungsbericht berichtete Fabian Marx, Agile Coach bei Jenoptik, von seiner Sicht auf agile Projektarbeit. Dabei wurde die oft gepriesene Agilität gründlich durchleuchtet. Sein Fazit? „Agile is dead.“ Es gibt nicht DIE Agilität, es gibt nur agile Denk- und Handlungsweisen.

Agiles Projektmanagement fängt bei jedem selbst an und ist mehr als eine schöne neue Verpackung des klassischen Projektmanagements. Fragt euch also einfach mal: Möchte ich wirklich selbstorganisierte Teams? Möchte ich gemeinschaftliches Arbeiten? Habe ich Vertrauen in meine Mitarbeiter, oder muss ich vielleicht sogar Kontrolle ausüben? Ein plötzlicher Sinneswandel zu „Wir machen Scrum!“ stellt nur die Organisation in Frage und führt zu Verwirrung und Frustration. Es geht nicht darum, in 3 Tagen Scrum einzuführen, sondern die Basis für agile Methoden zu schaffen. Wer ein non plus ultra Rezept erwartet hat, um strukturverliebte Kollegen agil zu machen, wurde enttäuscht. Veränderung ist ein Lernprozess. Es gibt nicht DIE allheilende Methode, jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er arbeiten kann und möchte. Jedes Projekt hat spezifische Anforderungen, denen man begegnen muss. Das ist agiles Denken. Und letztendlich ist auch in klassischen Projektstrukturen Selbstorganisation möglich.

Als Agile Coach hat Fabian Marx 5 Herangehensweisen an Veränderung im Unternehmen. Als Coach nimmt er eine neutrale Rolle ein. Als Transformation Guide ist seine persönliche Sicht auf beispielsweise eine gute Reihenfolge von Prozessen gefragt. Als Facilitator schlüpft er eher in die Rolle eines Moderators und fokussiert sich auf Teambuilding. Als Berater und Trainer gibt er Methodenwissen weiter. Und wenn das alles nichts hilft kann ein Agile Coach auch guten Gewissens einfach ein Emotional Support Animal sein.

 

Wir danken beiden Referenten für sehr interessante Vorträge und wünschen ihnen viel Erfolg in all ihren Projekten!

 

Fabian Marx am Flipchart

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