Agile Teams mit Charisma führen

Nachbericht zum PM-UPDATE 2019

Verantwortliche agil geleiteter Projekte befinden sich in einem großen Dilemma: Durch das selbstorganisierte Arbeiten agiler Teams sind sie zwar noch immer verantwortlich für alles was passiert (oder auch nicht passiert), können jedoch kaum noch Kontrolle ausüben.

Die Anforderungen an Führungspersonen in einem volatilen Umfeld mit viel Konkurrenz und steigenden Kundenansprüchen, sprich im agilen Projektmanagement, sind vielfältig. Ein hohes Maß an intrinsischer Motivation wird verlangt, dass das Gemeinschaftsinteresse im Fokus steht, dass man souverän in unsicheren Situationen ist, dass man Kontrolle abgeben kann, die Stärken seiner Mitarbeiter sieht und natürlich auch fördert, dass man seine Mitarbeiter begeistern kann, dass man konfliktfähig ist, sich sicher in seiner Rolle ist, eine positive Grundhaltung zu sich selber hat und eine hilfreiche Fehlerkultur etabliert und charismatisch soll man sein. Nichts einfacher als das, oder?

Für alle, die sich jetzt ein bisschen überfordert fühlen, gibt es das Programm „Starke Führungskräfte“, dass anstatt Fehler zu suchen und deutlich zu machen, nach den eigenen inneren Stärken sucht und Teilnehmer aufblühen lässt und in ihrer Persönlichkeit bestärkt. So entwickelt sich Charisma.

Das Programm ist auf die persönlichen Stärken und die innere Motivation, die eigene Rolle und das Rollenverständnis, Konflikte, Störungen und wie sie für die eigene Weiterentwicklung genutzt werden können, Kommunikationssignale und herausfordernde Mitarbeiter, sowie Führen und geführt werden ausgelegt. Vermittelt werden die Inhalte sowohl auditiv und visuell, als auch kinästhetisch (über Bewegung) und propriozeptiv (über Körpersignale).

In ihrem Schnupperworkshop hat Frau Runge uns eine Übung aus dem Programm vorgestellt, die dabei hilft, mit einer aktuellen Herausforderung besser umgehen zu können. Dabei kommt eine Methode zum Einsatz, die Bewegung mit Reflexion verknüpft und so eine besonders nachhaltig abrufbare Erfahrung ermöglicht.

Die Übung ist paarweise am besten auszuführen. Im ersten Schritt ruft sich Person 1 die aktuelle Herausforderung ins Gedächtnis. Es nicht zwingend notwendig, Person 2 alle persönlichen Details zu verraten. Person 2 ist vor allem für die Unterstützung und Anleitung verantwortlich.
Im zweiten Schritt, ausgehend von einem passenden physischen Startpunkt, ruft sich Person 1 eine Situation ins Gedächtnis, in der sie „im Flow“ war. Typisch dafür, im Flow, oder in seinem Element zu sein, ist vor allem, dass man sich glücklich und entspannt fühlt und Tätigkeiten wie selbstverständlich ausführt, ohne groß darüber nachzudenken. Was war in dieser Situation los? Wer war dabei? Worum ging es? Wie genau ging es Ihnen? Während Person 1 nun langsam mit geschlossenen Augen in eine von ihr bestimmte Richtung und von Person 2 vor Stolperfallen gewarnt durch den Raum läuft, beschreibt sie sich selbst in dieser Situation. Dabei reichen stichpunktartige Adjektive. Achten Sie darauf, den Fokus hierbei auf die Arbeitsweise (kreativ, zielorientiert etc.) zu legen und Gefühle beiseite zu lassen. Von dem Punkt ausgehend, an der Person 1 nun steht, wird Schritt 2 nochmal mit einer zweiten Flow-Situation wiederholt. Nun gehen Person 1 und 2 zum Ausgangspunkt zurück. Person 1 denkt dabei an beide Flow-Situationen gleichzeitig und beschreibt, wie sie in beiden Situationen war, also welche Adjektive auf beide Situationen passen (dies ist Teil der Grundrichtung aus Schritt fünf).
In Schritt drei überlegt Person 1 folgendes: Von welcher Welt träumen Sie? Wie sollte die Welt aus Ihrer Sicht beschaffen sein? Was ist Ihre Vision von der Welt? Was lässt sich daraus für Ihren Traum vom Zusammenleben und –arbeiten ableiten?
Als vierten Schritt überlegt sich Person 1: Wenn Sie Ihre Vision befragen könnten, welche Tipps würde sie Ihnen für den Umgang mit der Herausforderung aus Schritt eins geben?
Als fünften und letzten Schritt beantwortet Person 1 sich nun die Frage: „Wie können Sie Ihre Grundrichtung einsetzen, um mit dieser Herausforderung besser umzugehen?“

Sie können die Übung auch alleine (und mit offenen Augen) durchführen. Stolpern Sie nur nicht.

Abschließend noch zwei konkrete Tipps für die Führung agiler Teams:

  • Die intrinsische Motivation bei Mitarbeitern zu fördern ist kein Hexenwerk. Fragt nach, wofür sich eure Kollegen begeistern, was sie gerne machen würden oder wo ihnen etwas fehlt, um gerne zur Arbeit zu gehen. Und dann setzt das Feedback im realistischen Rahmen um.
  • Zum Dilemma Verantwortung versus keine Kontrolle: Gebt euren Mitarbeitern die Chance, eigenverantwortlich zu arbeiten und sich zu beweisen. Mitarbeiter, die viel Kontrolle brauchen, haben in agilen Teams nicht viel verloren.

Merle Runges Vision ist: „Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten und kann diese einbringen.“

Wir danken Frau Runge für diese aufschlussreiche Erfahrung und das Verständnis für die täglichen Herausforderungen, denen Führungskräfte gegenüber stehen.

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Erfahren Sie mehr